In Frankreich sind im Fin de Siècle völlig neue Klangwelten entstanden – Debussy hatte es vorgemacht mit einem Trio für Flöte, Harfe und Bratsche. Dem ist in unserer Winter-Kammermusik ZWISCHENWELTEN nicht nur Salzedos Triobearbeitung von Ravels Klavier-Sonatine verpflichtet, sondern auch Pintschers Beyond II mit seiner klangsinnlich-filigranen Webart. Eine freie Linie solcher Art zeichnet auch das Cello in Pintschers Duo Uriel. In ganz andere Welten führt uns hingegen Neuwirths Quintett aus einem 6-teiligen Zyklus, der, wie sein Name coronAtion verrät, eine Verarbeitung der Corona-Pandemie darstellt. Dieses Quintett endet in einem schrillen Tango. An Jazz-Stücke aus Strawinskys Feder erinnert Connessons virtuose Disco-Toccata für Klarinette und Violoncello. Ein ganzes Leben in einem einzigen Satz scheint hingegen Ysaÿes dritte Sonate für Violine solo zu erzählen, die zu den bedeutendsten Stücken der Gattung gehört.
MITGLIEDER DER JUNGEN DEUTSCHE PHILHARMONIE
PROGRAMM
Matthias Pintscher (*1971): Beyond II für Harfe, Flöte und Viola (2020)
Guillaume Connesson (*1970): Disco-Toccata für Klarinette und Violoncello (1994)
Maurice Ravel (1875–1937):Sonatine en Trio fis-Moll für Flöte, Viola und Harfe (arr. Carlos Salzedo)
Eugène Ysaÿe (1858–1931): Sonate für Violine d-Moll op. 27 Nr. 3 („Ballade“)
Matthias Pintscher (*1971): Uriel für Cello und Klavier (2011/12)
Olga Neuwirth (*1961): coronAtion II: Naufraghi del mondo che hanno ancora un cuore – Cinque isole della fatica für Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Klavier (2020)
KONZERTE
DO, 01.02.24 / 20.00 Uhr Bad Homburg, Werner Reimers Stiftung
FR, 02.02.24 / 19.00 Uhr Offenbach, Französisch-Reformierte Kirche
SA, 03.02.24 / 20.00 Uhr Frankfurt, Romanfabrik
SO, 04.02.24 / 11.00 Uhr Hofheim, Landratsamt (Termin tbc)
GEFÖRDERT DURCH